Lauf – Hase | Marathon in Löningen am 27.06.2009
Es mag sicherlich viele Landschaftsläufe geben. Läufe, bei deren Teilnahme man Zeit für sich und eigene Gedanken hat. Läufe die durch Landschaft bestechen mögen, aber dennoch den Touch der Langeweile besitzen.
In Löningen ist das anders. Allein über 1.000 Teilnehmer auf den Distanzen Halbmarathon, Staffel-Marathon und Marathon sind unterwegs, ein super organisierte Laufveranstaltung und zahlreiche laufbegeisterte, einheimische „Hasen“ an der Strecke ließen diese „Familienveranstaltung“ zu einem tollen Samstagabend werden.

Auch das kurzzeitige Gedränge im Startbereich löste sich zu den Klängen der brasilianische Sambaband in ein freudiges, gemeinsames „warmtanzen“ vor dem Start in suuuper Stimmung auf. Wobei warmtanzen gar nicht nötig war. Immerhin hatte es um 17.00Uhr noch wolkenverhangene, schwülwarme 26° am Start. Der Blick zum Himmel bewahrheitete: Der Petrus muss ein Läuferherz haben. Denn trotz dunkler Wolken und einiger scheinbar unbedeutender, einzelner Regentropfen blieb es im weiteren Verlauf vom Wetter her zumindest trocken. Geschwitzt wurde dafür reichlich.
Dann der Startschuss und 1.000 Läuferinnen und Läufer flitzen durch ein Spalier von Zuschauern, durch einen grandiosen Applaus angefeuert, in einem atemberaubendem Tempo die weit einzusehende Allee entlang. Ruck zuck war der Kilometer 10 erreicht. Das schnelle Anfangstempo wird sicher noch seinen Tribut zollen, dachte ich mir…

Durch das Hasetal (der Fluß an dem Löningen liegt heißt Hase) zu laufen war bis dahin sicherlich nicht eines meiner angestrebten Ziele. Nachdem aber über 40 km Zeit war, die Landschaft zu erkunden, stellte sich ein Fazit schnell heraus: eine tolle Landschaft, durch die es ging ähm lief.
Führte der erste, mittlere und letzte Streckenteil durch Löningen, so durften auch die umliegenden Dörfer ihren Beitrag leisten. Von Dorf zu Dorf ging es somit auch zeitgleich von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation. Allein 16 Verpflegungsstationen habe ich auf einer Runde gezählt – alle reichlich bestückt mit allem was das Läuferherz begehrt. Und an wirklich jeder Station tolle Stimmung, Bierwagen, Bratwurstbuden, Kuchenbuffet (nur leider nicht für mich) und Musik sowie unzählig viele Kinderhände zum Abklatschen.
Nichts desto trotz verging Kilometer um Kilometer. Waren die Marathonläufer zunächst noch von Halbmarathonis und Staffelläufern umringt, zeigte sich auf dem zweiten Teil der Strecke doch schnell, warum ein Landschaftslauf Zeit zum Nachdenken bringt. Endlos anmutende Straßen so irgendwo zwischen km 29 und km 37, Versorgungsstationen, wo kleine Helfer sich lautstark auf die Läufer mit Wasser, Iso-Getränken und Cola stürzten um sie zu versorgen und in jedem Dorf die Zuschauer immer wieder aufmunternden Applaus spendeten. Das Anfangstempo war doch zu hoch, hörte ich in mich hinein. Dann plötzlich ein Piep. Bei km 35 eine Zeitmess-Station, die mich aus den Gedanken verlorenen Lauf riss und mir mitteilte, dass auch dieser Marathon einmal vorbei sein wird – dann brauche ich doch nicht das bereitgestellte Rad für den Rest der Strecke nehmen. Schade eigentlich es sah so einladend aus. ;-)
Ab km 39 - ging es an dem Dorf „Haseknie“ vorbei – wie passend dachte ich- hast du doch `ne „Hase-Wade“ zu bieten…
Danach ging es, den Löninger Hase-Turm in Sichtweite, in die Zielkurve, vorbei an dem applaudierenden Zuschauerspalier, auf den Marktplatz der Stadt Löningen , wo die zahlreichen Zuschauer den Marathonis einen herzlichen Empfang bescherten.
Bei den Temperaturen und nach dem hohen Anfangstempo (HM 01:45:51) konnte ich mit der erreichten Zielzeit von 03:53:24, einem Platz 20 in der AK 45 und einem 68. Platz in der Gesamtwertung mehr als zufrieden sein.

Zum Schluss ist noch anzumerken, dass selbst das Duschen in Löningen Maßstäbe setzt, denn es gab reichlich warmes Wasser. Nach dem Duschen und einem Bad in dem herrlichen Wellenbad –gleich nebenan vom Zeltplatz gelegen- machte das Regenerieren richtig Spaß.
Eile war dennoch geboten, gab es schließlich auf dem Marktplatz eine After-Run-Party vom Feinsten: lecker Löninger Spezialitäten (Hasenfüße? nee is`n Scherz!), niedliche kleine Gläschen mit frischem Bier gefüllt, ein Show-Act und eine Musikgruppe, die tolle Stimmung verbreitete. Als krönenden Abschluss, am Ende der Siegerehrung, gab es noch ein riesiges Feuerwerk zu bestaunen.

Löningen – Respekt – ich komme bestimmt wieder!
Uwe Gathmann



























