Bericht aus der Nordwest-Zeitung vom 28.06.2010
von Bodo Tarow
Dauergast Diehl dankt ganz Löningen
Marathon Start-Ziel-Sieg beim fünften Anlauf im Hasetal – Kulgemeyer behält bei Frauen die Nerven
Marco Diehl lief trotz der für einen Marathon zu hohen Temperaturen, als habe er einen Tempomaten eingebaut. Christin Kulgemeyer durchlebte vor ihrem Sieg ein Wechselbad der Gefühle.
Löningen - Grundsätzlich gilt im Oldenburger Münsterland das Motto „dreimal ist Oldenburger Recht“. „Fünfmal ist Löninger Recht“ gilt seit Sonnabend für Marco Diehl. Der als Vielstarter bekannte Friedberger holte sich vor mehreren Tausend Zuschauern an der Strecke und in der Innenstadt im fünften Anlauf den Sieg bei der achten Auflage des „Remmers-Hasetal-Marathon“. Trotz Temperaturen von 25 Grad Celsius lief der Banker gewohnt konstant und passierte das Ziel nach 2:36,19 Stunden.
„Marco hat einen Tempomaten eingebaut“, sagte Rennmoderator Andreas Menz aus Essen. Diehl, der pro Jahr zwischen zwölf und 14 Marathons absolviert, war nach seinem Triumph glücklich. „Schön, dass es in Löningen endlich geklappt hat. Es war zwar ziemlich heiß. Aber hier macht es echt riesig Spaß. Ich danke den Löningern für die Unterstützung und die Ausrichtung des Laufs.“
Gleich zu Beginn hatte sich Diehl, der eine Bestzeit von 2:28,04 Stunden aufweist, an die Spitze des Marathonfeldes gesetzt. Einzig der Bulgare Aleksandar Andonov, der nachgemeldet hatte, konnte noch mithalten. Diehls Vorsprung zur Hälfte der Strecke betrug 40 Sekunden. Dann setzte er sich aber immer deutlicher ab und lief den Sieg locker nach Hause. Völlig platt passierte Andonov das Ziel nach 2:48,46 Stunden. Ausgelassen mit den Zuschauern feierte wenig später Gregor Schlüter aus Haltern seinen dritten Rang (2:50,52 Stunden). Garrels Ludger Tebben erreichte in der Zeit von 3:49,55 Stunden Platz 49 und war schnellster Mann aus dem Landkreis Cloppenburg.
Nach Platz drei im Vorjahr holte Christin Kulgemeyer vom TV Georgsmarienhütte bei den Frauen zum großen Wurf aus. Sie gewann in der Zeit von 3:02,46 Stunden. Die Plätze gingen an die Russin Elena Bolkhovitina (3:05,11 Stunden) und Bianca Stanienda vom SV Eintracht Hiddestorf (3:12,07 Stunden).
Dabei hatte es für die Achte der Deutschen Meisterschaften in Mainz lange Zeit allenfalls nach Rang drei ausgesehen. Denn Constanze Türk (Sinzig) hatte lange Zeit die Führung vor Bolkhovitina behauptet. Kurz nach der Hälfte der Strecke musste Türk aber aufgeben.
Zu diesem Zeitpunkt eröffnete Kulgemeyer die Jagd auf Bolkhovitina, die sie nach deren Zwischenspurt bei Kilometer 14 vorübergehend aus den Augen verloren hatte. „Bei Kilometer 25 hatte ich sie wieder eingeholt“, sagte Kulgemeyer. Auf den letzten zehn Kilometern hatte die Siegerin dann das größere Stehvermögen. Sie lief noch einen deutlichen Vorsprung heraus. Lohn war der Siegerscheck über satte 1000 Euro.
Beim erneut angebotenen Marathon-Staffellauf wähnte sich das Quartett des BV Garrel lange Zeit auf Siegkurs. Am Ende setzte sich aber die Formation des TuS Ofen (2:57,19 Stunden) mit einem Vorsprung von 35 Sekunden durch. Platz drei angelten sich die Lokalmatadoren „Ölen für Böen“ (3:00,14 Stunden). Hinter dem SV Evenkamp wurde die Staffel des Bremer Bundesliga-Schiedsrichters Peter Gagelmann Fünfter.




















